Aaaah... endlich mal wieder ein Aklimatisierungstag. Ja, alle 1000 Höhenmeter soll man einen Tag Pause machen. So haben wir das gelesen und so haben wir’s auch brav gemacht.

Da ich persönlich nicht so erpicht bin irgendwo anzukommen, sondern mir eher die Zeit zu nehmen, das  aufzunehmen was mich gerade umgibt, hab ich diese Rastpunkte sehr genossen.
Einfach nur sitzen, den Berg da gegenüber fixieren und das Abenteuer beginnt.

 

 

 

 

 

 Zuerst kommen die groberen Strukturen wie Skyline, grosse abfallende Flächen und hervorstechende mächtige Felsen und Felsbrocken. Der Übergang vom erdfarbenen Bereich hin zur weiss bedeckten Spitze. Mal projiziert man sich als winzig kleines Teilchen im Schosse des Massivs, um dann wieder die Perspektive zu wechseln... Da hältst du diesen Berg in deiner Hand und fährst mit deinen Fingern seine Furchen ab. Streichelst über seinen scharfen Kamm und die grossen abfallenden Flächen erspürst du mit deinem Handballen. So machst du dir die Form, die Rauheit und die Schärfe, aber auch das Volumen und die grossen runden Ausbuchtungen dieser Naturgewalt bewusst. So bewusst, dass du alsbald dich ganz in ihn hineinversetzen kannst. Deine Schultern fühlen sich kantig wie sein Kamm an. Dein Haupt so weiss und kühl in der Klarheit der Luft so nah bei der Sonne. Sanft und weich fühlt sich der Rest des Körpers an, während dein Fokus langsam den Körper nach unten Wandert. Da eine Falte am Bauch, dort eine Furche zwischen Arm und Bein. Und plötzlich dieses Gewicht. Die ganze Zeit hast du es ignoriert, aber nun, da du ganz unten am Boden angekommen bist, merkst du erst welch riesige Fläche du bedeckst. So fest, so mächtig sitz du da und blickst gleichmütig und ruhig in das Tal hinab. Nichts vermag dich mehr zu stören. Zu viele Jahrtausende sind an dir vorbeigegangen zu vieles hast du gesehen, zu viel Gewissheit wohnt dir inne. Gefühle sind zu Stein geworden, Regungen zu Felsen.
Ein letztes Lächeln, das ist alles was dich noch ausmacht.

 

Ausser Zeit zum Sitzen hatten wir hier auch Zeit zum Rumwandern und Wäsche waschen und im Sonnenhaus endlich wieder Hitze spüren. Unsere Zimmertemperatur fällt hier bereits auf -2 bis -5 °C. Morgens gibt’s gefrorene Fenster und das Wasser zum runterspülen in der Toilette braucht auch einige Stunden um wieder flüssig zu werden. Die Zimmer sind an und für sich sehr Human. Strom gibt’s hier nur noch per Solaranlage und so ist es mit dem Licht für das Allabendliche beisammen Sein , Spielen oder Lesen eher dürftig bestellt. Die Lodge heißt ???(Habs vergessen) aber so sieht sie aus

Rechts hinter mir ( der mit der komischen Nase ;o) ) ist das Sonnenhaus. Solang die Sonne scheint ist es da drin richtig mollig warm. Eine echte Wohltat bei all dem Gefröstelt. Ich hab’s leider erst auf dem Rückweg benutzt. Wir sitzen hier im Innenhof der Lodge und hinter Christian ist das Dining-Room.

Die Lodge gehört einem Lama der hier gerade von Tata interviewt wird. Rahm macht wie immer den Übersetzer. In Pheruche gibt es auch eine Krankenstation, die auch als Klinikum bezeichnet wird. Mein Bruder betrachtet hier gerade ein Mahnmal. Auf der Innenseite von jedem Halbkonus ist eine Liste mit allen bislang verstorbenen Trecker in den Himalaya. Mittlerweile sind es nur noch 5 pro Jahr.

Ein Lama in Mama’s Jacke schließt dicke Freundschaft mit meinem Vater.

 

Pheruche

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